Gewerbeverein Dahme e.V.

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Profilbildung im Ortsmarketing

22. Dezember 2006

Das neue Tourismuskonzept des Landes Schleswig-Holstein sieht eine klare Profilierung der einzelnen Orte und die Entwicklung von Projekten mit Leuchtturmcharakter vor. Was ist damit eigentlich gemeint und welche Chancen ergeben sich daraus für Dahme und das Ostseeferienland?

Ein klares Profil sorgt dafür, dass der Kunde auf den ersten Blick erkennt, was ihm der Ort bietet und was nicht. “Wir brauchen jeden Gast” ist eine häufig herausgegebe Devise. Der Nachteil daran ist, dass damit klar klar gesagt wird: wir machen es allen recht. Ein Nachteil ist es deshalb, weil damit von den 100% vorhandener Energie (z.B. Geld) viele Projekte und Themen einen kleinen Anteil der Aufmerksamkeit erhalten. Der Ort bleibt in allen Bereichen durchschnittlich und damit vergleichbar.

Besser für das Profil und die Einzigartigkeit eines Ortes wäre es 80% oder noch besser 100% der Energie in ein Themenfeld zu stecken. Ein Themenfeld heisst nicht, dass es fortan nur noch ein Thema für einen Ort gibt. Aus einem Themenfeld lassen sich mehrere ähnliche Themen ableiten. Wichtig ist, dass diese Themen sich ergänzen und nicht miteinander konkurrieren. So kann man beispielsweise auch junge und alte Menschen unter einen Hut bringen, wenn konsequent etwas für ein Themenfeld getan wird, dass einen Teil beider Gruppen interessiert.

Eins vorweg: Dahme ist nicht unverwechselbar, weil Dahme eine Seebrücke, Strandpromenade, die Ostsee, gesunde Luft und einen Wald hat. Das gibt es in nahezu jedem Ort an der Ostsee. Zur Profilierung wurde bereits vom beratenden Unternehmen eine SWOT-Analyse für die einzelnen Orte im Ostseeferienland angefertigt. Mit diesem Instrument werden Stärken und Schwächen sowie Chancen und Risiken erarbeitet und formuliert. Darauf sollte jetzt aufgebaut werden.

Es muss die Frage geklärt werden: Was macht Dahme unverwechselbar? Ohne wenn und aber. Es gibt da mit Sicherheit zwei oder drei Punkte, mit denen sich arbeiten liesse. Diese müssen gemeinsam erörtert und von einer breiten Basis aus dem Ort getragen werden.

Wenn die Frage geklärt ist, können Produkte entwickelt werden, die daran anknüpfen. Diese müssen übrigens nicht unbedingt immer viel Geld kosten. Das Argument: “wir müssen uns erst einmal um das Grundlegende kümmern und können uns dann Gedanken um eine Spezialisierung machen” zieht also nicht.

Wichtig ist dabei Konsequenz und Mut. Es müssen auch Gäste weggeschickt werden, denen wir nicht das bieten können was sie suchen. Ein Beispiel aus meinem persönlichen Umfeld: wir vermieten nicht an Menschen, die mit Hunden reisen. Wenn jemand mit Hund bei uns anfragt, bekommt er keine Absage nach dem Motto “Haben wir nicht”, sondern eine Entschuldigung und eine klare Empfehlung, an wen er oder sie sich denn bitte wenden könne. So ist dem Gast wirklich geholfen und er bleibt in der Region. Im Gegenzug schickt der Kollege uns Gäste, die etwas suchen, was er nicht hat. So sollte auch die Kooperation im Ostseeferienland der Zukunft funktionieren.

Ziel muss sein, dass jeder Einwohner von Dahme und der Umgebung, jeder Gast im Ostseeferienland die folgende Frage mit einem kurzen Satz beantworten kann: “Was macht Dahme unverwechselbar?”

Klar ist, dass schon viel im Ort getan wird und das eine Profilierung nicht von heute auf morgen abgeschlossen ist. Aber vielleicht möchte das auch garnicht jeder und – ich bin nicht unfehlbar – vielleicht ist eine Profilierung auch nicht sinnvoll. Ich würde mich über einen konstruktiv kritischen Austausch zu dem Thema freuen. Die Kommentarfunktion steht Ihnen offen.

Soweit meine Wünsche für das neue Jahr. Frohe Weihnachten.

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