25. Mai 2011
Ein Jahrhundertbauwerk nimmt Gestalt an. Die Arbeiten am 5,2Â Kilometer langen Landesschutzdeich vor der Oldenburger Grabenniederung zwischen Rosenfelde und Dahme gehen zügig voran

Foto: Thomas Klatt
von Jutta Colschen
Dahme/Rosenfelde – “Wir liegen voll  im Bauzeitenplan mit der 23 Millionen Euro teuren und von der EU geförderten Deichbaumaßnahme. Das verkündeten stolz die Vertreter des Landesbetriebs für Küstenschutz,  Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKNSH) nach der jüngsten Deichschau.
Bereits fertiggestellt wurden bis auf einige Restarbeiten die Dahmer Deichstöpen an der Leuchtturmstraße und an der Strandstraße. Der Deichdurchlass an der Saarstraße,  der  eigentlich  erst  im Herbst in Angriff genommen werden sollte, wurde sogar vorzeitig begonnen und soll noch in dieser Saison für die Fußgänger und für den Verkehr freigegeben werden.
Während für den Flügeldeich im Bereich Vogelsang, wo der Altdeich komplett abgetragen und ein · neuer Landesschutzdeich auf einer Länge von 630 Metern erstellt wurde, spätestens  Mitte Juni  bereits die Bauabnahme erfolgen soll, wird es mit der endgültigen Fertigstellung des Loses 2 (vom Rosenfelder Strand bis zur Dahmer Drachenwiese) noch etwa ein Jahr dauern. Denn  im Juli  und  August  wird mehr oder weniger Pause gemacht, um den Saisonbetrieb nicht allzu sehr zu stören. Trotzdem sind weite Strecken des 3,75 Kilometerlangen Abschnitts bereits als neuer Deich erkennbar,  Immerhin wurden  bereits  100.000 Kubikmeter von insgesamt 175 000 Mergelboden auf diesem ersten Abschnitt eingebaut. Der Außenweg, der so genannte Deichunterhaltungsweg -er wird später als Fuß- und Radweg und zur Unterhaltung des Deiches genutzt- ist zu 60 Prozentfertiggestellt. Der Deichverteidigungsweg, der innen am Deich entlang führt und als Zugang für die Campingplätze und das Stranddorf dient, wird nach Aussage von Christian Ulrich von der bauausführenden  Firma Ende Mai fertig sein.
Auch die drei Fußgängerbehelfsbrücken, die dafür sorgen sollen, dass die Gäste unbehelligt die Baustraße überqueren und gefahrlos zum Strand kommen können, werden bis zur Baupause fertig sein.
Bereits vor der eigentlichen Verstärkung des Landesschutzdeiches waren in diesem Teilabschnitt umfangreiche Entwässerungsarbeiten vonnöten. So wurden 2900 Meter Leitungen gelegt, durch die das Oberflächenwasser in den Oldenburger Graben entwässert wird.
Glücklich sind  vor allem die Dahmer, dass es mit den Bauwerken im Ort so zügig vorangegangen  ist.
“Wir haben  glück!icherweise keine unliebsamen Überraschungen erlebt“, freut sich Michaela Meding vom LKN über den Fortschritt. Die neue behinderungsgerechte 2,50 m breite Fugängerstöpe an der Strandstraße ist, wie auch der ungestaltete Deichdurchlass an der Leuchtturmstraße so gut wie fertig.
Dieser  schnelle Fortschritt hat dazu geführt, dass der große Deichdurchlass an der Saarstraße nicht erst im Herbst, sondern bereits jetzt zur Baustelle  wurde.
Vorgezogen  wurde diese Maßnahme nicht zuletzt auch deshalb, um die Belieferung der Anlieger an der Promenade über den September hinaus sichern  zu können.  Im September wird nämlich die Rampenanlage am  Nordparkplatz, über die derzeit die Versorgung sichergestellt wird  weggerissen und neu erstellt. Die neue Deichstöpe wird um zwei Meter breiter werden als die alte, damit sich Fußgänger und  Autofahrer  gefahrlos  begegnen können. „Das ist auch wichtig, zumal die Treppe neben der Stöpe im Zuge der Deichbaumaßnahme wegfallen wird”, erläuterte Bürgermeister Heinrich Plön während der Besichtigung der Baustelle.
Wenn Hauptsaison in Dahme ist, im Juli und August, werden alle störenden  und  lauten Arbeiten, die mit Bodentransport oder Rammen zu tun haben, ruhen. Im September geht es dann mit Volldampf weiter. Dann sollen die Arbeiten an den Stöpen  und  am  Dahmer Schöpfwerk fertiggestellt sein. Mit dem Deichbau in der Dahmer Ortslage bis zum Übergang in die Steilküste, der Bürgern und Gästen noch einiges abverlangen wird, soll dann 2012 begonnen  werden. Im Sommer 2013 wird die Gesamtbaumaßnahme abgeschlossen sein.
Quelle: Lübecker Nachrichten 25.05.2011