Land investiert 23 Millionen: Spatenstich am Dahmer Deich
Auch bei Medienvertretern stieß der erste Spatenstich auf großes Interesse, mit dem gestern Ministerialdirigent Dietmar Wienholdt, Bürgermeister Heinrich Plön und LKN-Direktor Johannes Oelerich (kleines Bild, von links) die Deichverstärkung Dahme-Rosenfelde gestartet haben. Fotos: JUTTA COLSCHEN
Dahme – Mit einem symbolischen ersten Spatenstich wurden gestern die Bauarbeiten für das neue „Bollwerk gegen den Blanken Hans“ zwischen Rosenfelde und Dahme gestartet. Bis 2013 soll das zur Zeit größte Küstenschutzprojekt in Schleswig-Holstein abgeschlossen sein.
Der Wind blies heftig über den Deich, als Ministerialdirigent Dietmar Wienholt, zuständiger Abteilungsleiter im Umweltministerium, Johannes Oelerich, Direktor des Landesamtes für Küstenschutz Nationalpark und Meeresschutz (LKN), und der Dahmer Bürgermeister Heinrich Plön nach jahrelanger Planung endlich den Startschuss für die fast sechs Kilometer lange Deichverstärkung vor der Oldenburger Grabenniederung gaben. 23 Millionen Euro werden in den kommenden Jahren verbaut, davon rund drei Millionen Euro noch in diesem Jahr.
Der bisherige Landesschutzdeich entspricht seit langem nicht mehr den Anforderungen. Es fehlt ihm an vielem – an deichbaufähigem vorhandenen Material, an Deichverteidigungs- und Deichunterhaltungswegen und größtenteils an Deichfußsicherungen. Vor allem aber sind die Außen- und Innenböschungen zu steil. In der Planung wurde, so Dietmar Wienholdt, auch dem Klimawandel Rechnung getragen: In der neuen durchschnittlichen Erhöhung der Deichhöhe um 1,30 Meter ist ein „Klimazuschlag“ von 30 Zentimetern enthalten. Auch wenn der Bürgermeister, die Dahmer und vor allem auch die Gäste in den kommenden Jahren mit einigen Widrigkeiten werden leben müssen, die Freude, dass es endlich losgeht, überwiegt. „Kein Dahmer darf diese Maßnahme schlecht reden. Im Gegenteil. Wir sollten uns glücklich schätzen, dass wir einen Deichbau miterleben dürfen“, warb Plön um Verständnis für das „Jahrhundertbauwerk“.
Während gestern Nachmittag beim obligatorischen Spatenstich neben der Deichstöpe Saarstraße noch nichts an Deichbauarbeiten erinnerte, sind am 600 Meter langen Flügeldeich im Dahmer Moor (Vogelsang) bereits die Baumaschinen eingetroffen. Die Verstärkung dieses rückwärtigen Deiches gehört zum ersten Bauabschnitt genauso wie die vorbereitenden Arbeiten für die geplanten Bodenentnahmen, das Herstellen von Baustraßen, Deckwerksarbeiten, die Herstellung einer Hochwasserschutzwand am Schöpfwerk und der Neubau der Deichstöpe Strandstraße sowie der Umbau der Stöpe Leuchtturmstraße. Bereits fast abgeschlossen wurden umfangreiche Naturschutzmaßnahmen, wie zum Beispiel die Umsiedlung ökologisch wertvoller Pflanzen (die LN berichteten).
Insgesamt werden nach Angaben von LJKN-Fachbereichsleiter Rüdiger Schirmacher in den nächsten Jahren 255 000 Kubikmeter Boden bewegt, 45 000 Quadratmeter Wege und Fahrbahnen und 48 000 Quadratmeter Deckwerksflächen erstellt.
Von Jutta Colschen
Quelle. Lübecker Nachrichten