Dahmer Deichbau: keine Arbeiten in der Hochsaison
14th März 2012 - Autor: Jürgen Schlünder
In dem Ostseebad rollen die Bagger für die beiden letzten Abschnitte an. Ein Konzept zum Bauverlauf wurde von den Bürgern in der Einwohnerversammlung abgelehntVon Claudia Resthöft
Dahme -Die Nerven der Dahmer liegen blank- denn jetzt wird es ernst für die Gewerbetreibenden,
Unternehmer und Vermieter des Urlaubsortes. Die umfangreichen Erdarbeiten an den letzten beiden Abschnitten des Deichausbaus haben in diesen Tagen mit dem Aufreißen der Grasnarben begonnen.
Der Auftrag des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) ging dieses Mal an Tiefbau Davids aus Neversdorf, Grothe- Bau aus Lübeck und die Firma Hermann Kothaus Schieren (Bad Segeberg).
Die eigens zur Bewältigung des Mammutprojekts gegründete Arbeitsgemeinschaft der beteiligten
Baufirmen nutzte die Einwohnerversammlung am Montagabend für eine Vorstellungsrunde. Und präsentierte den rund 80 überraschten Dahmern ein völlig neues Baukonzept, das Vertreter des LKN gemeinsam mit Bürgermeister Heinrich Plön zur Diskussion stellten. Ein Plan, der sämtliche bereits getroffenen Vorbereitungen über den Haufen werfen sollte. So sah Heinrich Plön sich zur Mahnung genötigt: Heute verlässt keiner den Saal, ehe sich nicht alle Beteiligten geeinigt haben.”
Nach Vorstellung der Arge sollten die Deicharbeiten, anders als bisher vorgesehen (vom Nordstrand bis zur Deichdurchfahrt Stülpe, Saarstraße). ohne Rücksicht auf die Hauptsaison bis zur Stülpe Strandstraße erfolgen. Und zwar zunächst landseitig, nach dem Sommer dann seeseitig, um die im Vordeichgelände neu auszubauende Straßendecke zu schonen. Bei dieser Planung versprachen die Vertreter der Baufirmen, die mit vier Kolonnen anrücken wollten, eine verkürzte Bauzeit von rund zwei Monaten mit Fertigstellung im Frühsommer 2013.
Die Dahmer jedoch mochten dem logistisch wohl sinnvollen Konzept nicht folgen. Zu groß waren die Befürchtungen, dass die Erdarbeiten und der Lärm auf voller Deichlänge den Urlaubsbetrieb so stark beeinträchtigen könnten, dass selbst Stammgäste lieber auf benachbarte Ostseebäder ausweichen würden. „Dahme will auch eine Zukunft haben”, mahnte Plön. Wie hoch die Belastungen und Behinderungen durch dröhnenden Baulärm, Staub und Verschlammungen sind, hatten in der vergangenen Saison schon die Campingplatzbetreiber nördlich von Dahme erfahren müssen. . Wir haben daraus gelernt”, sagte Bürgermeister Plön, die Vermieter haben ihre Gäste bereits über die Baumaßnahmen informiert, der Strandbetrieb hat sich ebenso auf die ursprüngliche Planung eingestellt. Wir haben alles getan, um einen möglichst schonenden Ablauf für alle Beteiligten zu gewährleisten.” Dem schloss sich mit einem Leidenschaftlichen Plädoyer auch Tourismusdirektor Thomas Doellinger an. So ließ die Arge nach einer kurzen Beratung ihren Plan fallen „ Eine weise Entscheidung”, kommentierte Plön sichtlich erleichtert. Der Deichausbau verläuft nun wie geplant bis Ende Juni vom Nordstrand bis zur Saarstraße und südlich der Mole bis zum Parkplatz Leuchtturmstraße. Zur Hochsaison im Juli und August ist Baustopp. Nach der Sommerpause rücken die Bagger dem Herzstück des Deiches zwischen Saar- und Seestraße zu Leibe. Im Herbst 2013 soll die 21 Millionen Euro teure Verstärkung des Deiches abgeschlossen sein.
Quelle: Lübecker Nachrichten vom 14, März 2012
Kategorie: Deichbau in Dahme, Presse | Keine Kommentare »













